logo-agentur-gerhard-g-whitelogo-agentur-gerhard-glogo-agentur-gerhard-whitelogo-agentur-gerhard

Liebe AgenturkollegInnen, wir müssen reden.

,

Ich möchte euch gerne eine E-Mail „vorlesen“, die uns vorgestern ereilt hat, um danach dazu Stellung zu nehmen. Bestimmt kennen einige von euch Vergleichbares.

agenturkollegen

Gelegentlich kommt es vor, dass wir von Agenturen derartige E-Mails à la „Anfrage Social Media Kampagne“ erhalten. Das stimmt uns freudig!

Doch die Freude währt oft nicht lang, wenn die nächsten Zeilen folgen: Darin wird verlangt, relativ unkonkret beschriebene Leistungspakete als relativ konkretes Angebot an die Agentur zu retournieren. Keine Erwähnung eines Rebriefings. Keine Hintergrundinfos, worum es sich bei diesem Vorhaben eigentlich handelt. Und jetzt kommt’s: Nicht mal eine Signatur mit Telefonnummer (sic!), um Dinge zu konkretisieren und vielleicht mal ins Gespräch zu kommen. Und spätestens an dieser Stelle fangen sich bei mir an, die Nackenhaare aufzustellen.

Man könnte uns nun Mangel an Professionalität vorwerfen, mit so einer „klaren“ Aufgabenstellung nicht umgehen zu können, einfach unsere Leistungen mit Preisen zu versehen und 3 Std. später das geforderte Angebot an den Absender zu schicken. Doch daran hab ich so meine Zweifel…

Ganz ehrlich: Das können wir nicht. Noch ehrlicher: Das wollen wir nicht. Und damit meine ich so einige Dinge, die wir nicht wollen.

Erstens: Wir machen nichts halbherzig. Niemals.

Wenn wir eine ernsthafte Anfrage erhalten, versuchen wir alles daran zu setzen, so tief wie nur möglich in das Unternehmen einzutauchen, stellen viele, viele Fragen, lassen uns Unterlagen senden, recherchieren, durchforsten Studien. Wir tun alles dafür, die DNA des jeweiligen Unternehmens lesen zu können. Warum? Weil wir als Berater stets vor sehr individuellen, strategischen/ politischen Herausforderungen stehen und dabei immer die beste Lösung finden wollen. Unternehmensberatung von der Stange schon mal gehört? Wir auch nicht. Es ist schlicht unser Anspruch, dem Kunden wirklich zu helfen. So individuell wie die Herausforderung und Aufgabenstellung, so individuell natürlich auch der Aufwand und damit der Preis. Nur als Beispiel: Wir bieten gerne ein Monitoring zwischen 500€ und 50.000€ pro Monat an.

Zweitens: Bei dem Kalkül spielen wir nicht mit.

Mal ganz ehrlich: Wäret Ihr in des Absenders Position und würdet Unterstützung im genannten Bereich benötigen, so eine E-Mail würdet Ihr nicht schreiben. Das ist unseriös. Und ziemlich dumm. Also was wird hier versucht: Wissen und vor allem Kalkulationen zu den einzelnen Leistungspaketen abzugreifen. Kann man machen, um sein eigenes Leistungsportfolio zu erweitern, wenn man nicht weiß, wie man gewisse Dinge bepreist und aufgleist. Sollte man aber nicht. Ich zumindest find’s eher ungeil. So dürfte es evtl. auch anderen Agenturen gehen, denn die Mail ging an die office@ Adresse, sprich wir waren bestimmt nicht die einzigen.

Drittens: Bitte verschont uns zukünftig.

Natürlich, und damit verrate ich niemandem etwas neues, ist es aus Agentursicht erstrebenswerter, mit dem Unternehmenskunden in direkter Beziehung zu stehen, statt einer anderen Agentur zuzuarbeiten. Und wir sind täglich dankbar, mit so spannenden Kunden arbeiten zu dürfen – keine Frage. Dennoch sei gesagt: Wir freuen uns auch über tolle Agenturkooperationen. Absolut! Es gibt so viele coole Leute da draußen!
Aber – nun zu dieser E-Mail – so was muss man sogar ablehnen, wenn man keinen einzigen Kunden hat. Es stiehlt nur Zeit, es bringt kein Geschäft, keine Beziehung. Im Gegenteil: Man verschenkt nur seine Expertise. Und bitte mich nicht falsch verstehen: Wir pflegen unterschiedliche und wunderbare Agenturpartnerschaften, und sind stolz darauf. Aber diese Anfrage: Bitte nicht.

Nun ja, damit hab ich meiner Empörung Luft gemacht. Jetzt geht’s wieder etwas leichter  😉 und hoffe, ihr werdet von derartigen Mails eher verschont als wir.

Achja, wenn ihr euch fragt, wie wir uns auf diese Anfrage zurückgemeldet haben, das war nicht schwer: Wir haben einen Link zu diesem Blogartikel geschickt. BTW: Danke für den Content 😉

UPDATE 26.11.2014

Wieder eine schöne Anfrage. Mensch, Kinder…
bild_blog

Christian Wochagg
Gründer und Geschäftsführer von Agentur Gerhard, Österreicher und natürlich Weinliebhaber.
Kommentieren
Kommentare
... wenn es einen "Like"-Button gäbe, würde ich ihn jetzt klicken. Schön und sehr aufrichtig geschrieben. Nicht jede Anfrage verdient ein Angebot, und hier wird sehr gut dargelegt, warum.
Christian Wochagg
Liebe Marianna, danke für deine Bestätigung! Den like-Button solltest du aber eigentlich unter dem Artikel sehen. Nicht? LG Chris
Stimmt schon, ich könnte den Artikel auf Facebook liken, wenn ich Facebook nutzen würde. Was ich meine, ist ein Like Button wie auf WordPress.com, wo ich nicht als anonyme Zahl sondern als User mit meinem Icon auftauche. Das setzt eine Blogging-Plattform wie zum Beispiel WordPress voraus (ein Umfeld, was ich persönlich gern mag).
Richtig so. Rückgrat für alle. Lieben Gruß!
Marcus Freilinger
Liebe Gerhards, lieber Chris, mit großer Freude las ich Euren Blog-Eintrag. Die Dreistigkeit mancher Marktbegleiter ist schier unermesslich; die Verstörtheit, wenn man sie auf diesen Fakt hinweisst, nahezu unerschämt. Schön, wenn man eine Meinung hat, schöner, wenn man sie äussert, und sich im Umkehrschluss durch "einen geraden Rücken machen" positioniert! Chapeau! Lieben Gruß Marcus
Christian Wochagg
Lieber Marcus, danke für den "Hut"! Als "alter Hase" der Szene kann ich mir vorstellen, dass dir ähnliches nicht nur einmal begegnet ist. Lasst uns die Qualität hochhalten! :) Liebe Grüße, Chris
Achim
ich finde das was du hier veranstaltest ziemlich kindisch... Sehr unprofessionell! Kann deine Kummer verstehen. In dem bereich muss man damit leben das eine 16 Jährige mit Smart-Phone, diese aufgaben erledigen könnte
Christian Wochagg
@Achim: ok.
Liebe Gerhards, danke für die Worte und Statements. Würde ich so 100% unterschreiben. Kam denn von anderer Seite noch mal eine Reaktion dazu?
Reinhardt Neuhold
Hallo Jan, leider nur Spam-Kommentare. Sonst Funkstille. Sind halt Kommunikationsprofis, nicht wahr ;-)
"Schönes" Briefing - meine erste Handlung nach Erhalt von Anfragen jeglicher Güte ist eigentlich immer der Griff zum Telefon, artig für die Anfrage bedanken, mich vorstellen und dann im Telefonat versuchen herauszufinden, worum es denn wirklich geht - unabhängig von dem, was da steht. Selbst, wenn da keine böse Absicht hintersteht - arbeiten kann man damit schlecht.
Christian Wochagg
@Christian: Genau so auch meine typische Vorgehensweise. Allerdings, wie oben beschrieben, gab es in der E-Mail nicht mal eine Signatur und damit euch keine Telefonnummer. #sic!
Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.
Danke für Ihre Nachricht. Wir melden uns umgehend bei Ihnen.
AGENTUR GERHARD
Am Treptower Park 28-30
12435 Berlin
+49 (0)30 6098 3961 0+49 (0)30 6098 3961 0
Me
Zur
ück
Kon
takt