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ILA 2012: Social Media in der Luftfahrtindustrie

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Seit 1992 findet wieder alle zwei Jahre die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin statt. Letzten Monat war es erneut so weit: die ILA 2012.

Eine der zahlreichen Veranstaltungen, die ich besucht habe, trug den Titel: „Social Media in der Luftfahrtindustrie“ – eine Vortragsreihe mit anschließender Diskussions- und Fragerunde. Vor allem Lufthansa und KLM werden als Best Practice im Kontext von Social Media Kampagnen immer wieder erwähnt.

Fachveranstaltungen dieser Art sind jedoch noch selten in der Luftfahrtbranche. David Haße, Veranstalter und Inhaber von airliners.de, gab mir hierzu ein paar Antworten.

Guten Tag Herr Haße. Im Rahmen der Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin haben Sie eine Veranstaltung mit dem Namen „Social Media in der Luftfahrtindustrie“ ins Leben gerufen. Was war der Auslöser, gerade dieses Thema zu wählen?

Wir wollten uns mit airliners.de in diesem Jahr gerne im Rahmen des ILA-Konferenzprogramms engagieren. Wir haben also ein Thema gesucht, das zu uns passt und  das es gleichzeitig noch nicht im Konferenzprogramm gab. Vielleicht ist es in der Öffentlichkeit gar nicht so bekannt: Die ILA 2012 ist fast schon in erster Linie eine Konferenzmesse, auf der sich die Branche zum Gedankenaustausch trifft. Zwei der sechs Hallen sind Konferenzhallen, es gibt rund hundert Konferenzen während der Messetage.

Mit „Social Media“ haben wir hier dennoch eine Lücke gefunden, die wir als reines Onlineportal, das sich unter anderem auf Luftverkehrsmanagement-Themen konzentriert, gut ausfüllen konnten. Das Thema ist in den Marketing- und PR-Abteilungen vieler Unternehmen der Luftfahrtbranche hoch aktuell und oft noch ausbaufähig. Das sehen wir tagtäglich in der Redaktion.

Fokus der Vorträge auf Ihrer Veranstaltung  war vorwiegend Employer Branding und Recruiting. Themen, die auf den ersten Blick nicht allzu sexy sind, oder?

Unsere Konferenz hatte den Untertitel „wie soziale Netzwerke im B2B-Marketing und zur Personalbeschaffung eingesetzt werden können.“ Wir haben uns bewusst Themenfelder gesucht, die in der Industrie von Bedeutung sind. Die ILA 2012 ist ja eine Industriemesse, es ist keine Tourismusmesse wie die Berliner ITB, auf der sich Fluggesellschaften und Flughäfen präsentieren. Es geht auf der ILA 2012 um Hersteller, deren Zulieferer und die zahlreichen Dienstleister, die sich um die Luftfahrtindustrie herum gebildet haben. Dazu gehören Personaldienstleister, Qualifizierungsbetriebe usw. Die Industrie boomt, alle benötigen Personal. Daher lag Recruitment auf der Hand.

Der Bereich Konsumenten-Marketing ist ganz oberflächlich betrachtet sicherlich interessanter oder „mehr sexy“ – für die Industrieunternehmen, die auf der ILA 2012 ausstellen, ist das aber kaum von Bedeutung. Hier geht es rein um B2B-Themen und darum, von Social-Media-Nutzern als potentielle, interessante Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Zu beiden Themen gab es interessante Vorträge, unter anderem von Lufthansa Cargo und Airbus, die gängige Klischees zur fehlenden Attraktivität solcher Angebote in sozialen Netzwerken deutliche widerlegt haben.

In der Automobilbranche sind die Stimmen gegenüber Unternehmen in Social Media v.a. produktbezogen und eher positiv. In der Telekommunikationsbranche eher servicebezogen und recht negativ. Wie schätzen Sie das in der Luftfahrtindustrie ein? Gibt es hier eher Fans oder Kritiker? Was sind die Themen, die die Menschen im Netz im Kontext „Luftfahrt“ interessieren?

Für mich gibt es keine andere Branche, die so emotional geladen daherkommt wie die Luftfahrt. Es geht um Freiheit, Fernweh und den Menschheitstraum vom Fliegen. Da kommt kein Produkt der Telekommunikationsbranche ran. Autos vielleicht noch eher, aber selbst Sportwagen hat man ja mal mit dem Slogan „nur fliegen ist schöner“ beworben. Was also zu Ihrer Aussage über die Automobilindustrie gilt, ist auch für die Luftfahrt richtig. Wir verfolgen ja etliche Social-Media-Aktivitäten von Akteuren der Branche. Seien es Airlines, Airports oder Hersteller: Die „Faszination Fliegen“ mit all ihren emotionalen Konnotationen ist dabei überall dominant. Und die Reaktionen der Menschen auf geteilte Bilder, Videos oder Informationen sind meist positiv.

David Haße von airliners.de über Social Media in der Luftfahrtindustrie

Ihr Fazit zu der  Veranstaltung? Gibt es eine zweite Auflage?

Es ist noch zu früh, das zu entscheiden. Die ILA findet ja nur alle zwei Jahre statt. Vorstellen könnte ich mir es mir durchaus. Bereits vorher erwägen wir aber auch Veranstaltungen zu Social-Media-Themen, die speziell Flughäfen oder Fluggesellschaften ansprechen.

Spielt Social Media in der Luftfahrtbranche Ihrer Meinung nach eine wichtige Rolle in Marketing, Service und PR? Lufthansa und KLM werden hier im B2C Bereich oft als zwei erfolgreiche Beispiele genannt.

Ich habe Anfang des Jahres ein Interview mit der Lufthansa über die Social-Media Aktivitäten der Airline geführt. Social-Media-Chef Dr. Thorsten Wingenter hat mir gesagt, die Airline sehe sämtliche Social-Media-Aktivitäten als „Investitionen in eine langfristige, nachhaltige Kundenbeziehung“. Entsprechend liege der Fokus beim „Aufbau und der Pflege der Markenbeziehung“.

Ich denke es ist eine wichtige Erkenntnis, dass der Vertrieb in sozialen Netzwerken nur eine untergeordenet Rolle spielt. Nur darauf sollten Marketing-Zielsetzungen und auch PR-Aktivitäten in sozialen Medien nicht gerichtet sein. Aber genau wie Kunden von jedem Unternehmen mit direktem Kundenkontakt eine aussagekräftige Website erwarten, wird das in Zukunft auch mit einer Präsenz auf den gängigen sozialen Netzen der Fall sein.

Wie nutzt airliners.de Social Media? Wie wichtig ist dabei der direkte Kontakt zu Lesern und Besuchern Ihrer Plattform?

Uns ist natürlich auch daran gelegen, mit unseren Lesern über die sozialen Netzwerke zu kommunizieren. Aber wir nutzen die Kanäle gleichzeitig als einen weiteren Weg, Traffic für airliners.de zu generieren. Das machen wir auch recht erfolgreich: Soweit man das messen kann kommen rund fünf Prozent unserer monatlich derzeit ca. 800.000 Visits über Facebook, Twitter und Co. Facebook ist dabei am wichtigsten, wir haben aber auch mit derzeit rund 5.400 Facebook-Fans die größte Facebook-Präsenz eines Luftfahrtnachrichtenportals weltweit.

Das hat mich übrigens selbst überrascht, als wir es im Vorfeld unserer Konferenz erstmalig recherchiert haben.

Bei Twitter sind wir mit immerhin rund 1.300 Followern dabei. Als deutschsprachiges Medium setzen wir zudem auf eine geschlossene Branchengruppe aus mittlerweile fast 4.900 Mitgliedern auf XING. Hier teilen wir nur die wichtigste(n) Meldung(en) des Tages zur brancheninternen Diskussion.

Dagegen tweeten wir mehr oder weniger alle unsere Nachrichten. Auf Facebook konzentrieren wir uns auf drei/vier Themen pro Tag und wir posten Fotos und Kommentare von aktuellen Events, wenn wir vor Ort sind. Einen YouTube-Kanal nutzen wir zudem als praktische Lösung, unsere Videointerviews zu hosten und per Embedding in die Nachrichten mit einzubinden.

Welche drei Punkte sollten Ihrer Meinung nach Fluggesellschaften beachten, wenn sie in Social Media aktiv sind bzw. sein wollen?

  • ein Konzept erstellen
  • authentisch kommunizieren
  • auf Nutzeranfragen zeitnah reagieren

Aus journalistischer Sicht freue ich mich z.B. auf Facebook über Fotos und Infos zu allen möglichen Dingen, die es nicht in eine Pressemitteilung geschafft haben. Und wenn YouTube-Filme zu aktuellen Anlässen schnell, das heißt noch am selben Tag, online sind.

Vielen Dank Herr Haße für das Interview! Mehr über Luftfahrt gibt’s auf airliners.de

oder unter:

Wenn Sie eine Social Media Beratung suchen, dann sind Sie bei uns richtig!

Für das Bild unter CC BY 2.0 bedanken wir uns bei Miss Turner (Flickr)

Reinhardt Neuhold
Manchmal Speaker, meistens Zuhörer. Gründer, Gesellschafter und Geschäftsführer von Agentur Gerhard.
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