Was Unternehmen aus der Corona-Krise nachhaltig mitnehmen sollten

Ein Kommentar von Damian Kirtz

Die Corona-Pandemie beschleunigt die Digitalisierung enorm und dadurch wird vielen Unternehmen klar, dass die Uhr der Digitalisierung in allen Bereichen der Gesellschaft und Wirtschaft schneller zu ticken begonnen hat. Doch was müssen Unternehmen nachhaltig aus der Corona-Krise mitnehmen? Wie wird sich die Arbeitswelt verändern?

5 steile Thesen mit Beispielen, die beliebig erweitert werden können und als Denkanstoß dienen sollten.

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New Work heißt, dass das Lieferobjekt der Arbeit entscheidend ist

In Zeiten von Zoom-Meetings und Home Office wird klar – nicht die Anwesenheit von Mitarbeitenden und die Vielzahl von Meetings ist für ein nicht-industrielles Unternehmen wichtig. Das Einzige was wirklich zählt ist, dass alle Akteure eines Unternehmen wirksam zum Erfolg des Unternehmens beitragen. Ihre Arbeit soll Lieferobjekte zu Händen der Zielerreichung erzeugen, damit das Unternehmen das erreicht, was es für den eigenen Geschäftserfolg benötigt.

Die reine Arbeitszeit pro Mitarbeitenden rückt in den Hintergrund – die Resultate des Tuns in den Vordergrund. Dies benötigt mündige Mitarbeitenden ebenso wie eine entsprechende Unternehmenskultur und dafür fähiges Leadership. Viele Unternehmen werden deshalb alle drei Aspekte auf den Prüfstand stellen – spätestens nach der Pandemie.

New Leadership bedeutet, mehr als nur Lieferobjekte sicherzustellen

Die Führung und das Management der Mitarbeitenden werden sich meiner Meinung weiter verändern (müssen). Führungskräfte sind nur teilweise dafür da, sicherzustellen, dass Lieferobjekte fristgerecht durch die Mitarbeitenden erzeugt werden. Sie müssen diese auch ermöglichen!

Ziele zusammen mit den Mitarbeitenden auszuarbeiten, gemeinsam eine Roadmap zu entwickeln und zu haben, und die Mitarbeitenden bei der Ausübung ihrer Kompetenz zu unterstützen, ist per Remote genauso wichtig wie vor Ort. Dazu sind Führungskräfte auch verantwortlich, ein Umfeld und eine Kultur zu schaffen, die die Mitarbeitenden zufrieden und motiviert agieren lassen.

New Culture bedeutet, mehr als nur Arbeit anzubieten

Gerade die Kontaktbeschränkungen in der Pandemie zeigen uns eindrücklich, wie wichtig der Austausch und Kontakt von Menschen mit anderen für das eigene Wohlbefinden ist.

Ein gutes Wohlbefinden ermöglicht auch eine hohe Motivation aller Einzelnen in einem Unternehmen, was sich wiederum positiv auf die Produktivität auswirkt. Sind dazu alle sichtbar und fühlbar ein Teil des Ganzen – u.a. durch die gemeinsame Ziel- und Roadmap-Erarbeitung, anstelle einer intransparenten Top-Down-Auftragserteilung – wird eine High-Performance-Culture ermöglicht.

Ein regelmäßiger, auch informeller, Austausch der Mitarbeitenden ist dazu für die Kreativität der Mitarbeitenden und somit Innovationskraft des Unternehmens maßgeblich. Durch den Austausch werden Ideen gespiegelt und angeregt, und neue nicht eingeforderte Impulse führen zu neuen Ideen in der eigenen Arbeit und der Verknüpfung von neuen Ideen in einem Team.

Gerade das Home Office wird vielen Menschen aufgezeigt haben, ob sie in einer für sie guten Unternehmenskultur arbeiten. Dies wird den Druck auf die Veränderung von Unternehmen erhöhen – zusätzlich zu den neuen, heranwachsenden Generationen und ihren Ansprüchen.

New Agility umfasst mehr, als nur agil zu arbeiten

Agiles Arbeiten war bereits vor der Corona-Pandemie eine große Veränderung in der Arbeitswelt. Die Wichtigkeit der agilen Kernaussagen (Werte) gewann, wie bereits angedeutet, durch die Pandemie an Bedeutung – und steht über einzelnen agilen Werkzeugen und Methoden (wie Scrum, Kanban etc.):

  • Individuen und ihre Interaktionen sind wichtiger als strikte Prozesse und etablierte Werkzeuge
  • Lieferobjekte (u.a. funktionsfähige Lösungen) > Dokumentation jeglicher Art
  • Kundenorientierung > Profitmaximierung
  • Umgang mit Veränderungen > Arbeiten nach Plan

Gerade die Wichtigkeit der letzten Kernaussage (Original „Responding to change over following a plan“) wurde durch die Pandemie verdeutlicht:
Der bewusste Umgang mit Instabilität und Stabilität. Agil zu sein – als Unternehmen wie auch als Mensch – bedeutet somit auch, gewollt und bewusst immer wieder Instabilität zu erzeugen.

Die große Kunst dabei ist, danach wieder für Stabilität zu sorgen, und diese ebenso bewusst herstellen zu können. Die Fähigkeit, Instabilität auszuhalten und damit umgehen zu können, ist dabei der erste Schritt hin zum bewussten Spiel mit der eigenen Stabilität. Dies führt mittelfristig zu einer höheren Resilienz – nicht nur in Krisen, sondern auch in der sich immer schneller veränderten (digitalisierenden) Welt.

New Organisation bedeutet, dass Selbstständige zu fördern

Die Selbstorganisation ist eine der großen Herausforderungen im Home Office. Dies betrifft u.a. die (bewusste) Trennung von Privat und Arbeit, die Organisation von Arbeit und der Kinderbetreuung, das Sicherstellen der eigenen Arbeitsleistung wie auch das Pflegen von Kontakten innerhalb des Unternehmens.

Die Fähigkeit der Selbstorganisation wird durch die Pandemie entsprechend bei den Mitarbeitenden gestärkt – oder deren Grenzen aufgezeigt. Die Vorteile der Selbstorganisation werden durch die Corona-Pandemie vielen ebenso bewusst, wie die Herausforderungen. Als Unternehmen gilt es in Zukunft, diese nicht nur zu ermöglichen, sondern bewusst zu fördern. Selbstorganisation wird auch nach der Corona-Pandemie ein großer Veränderungstrend in Organisationen bleiben.

Die Pandemie als Chance für die Veränderung ansehen

Nichts ermöglicht eine Veränderung so sehr, wie es eine Krise tut. Die Pandemie sollte deshalb als Chance für wirkungsvolle Veränderungen im Unternehmen angesehen und dafür verwendet werden. Nach einer Krise kommt in der Regel der Aufschwung in der Wirtschaft. Wenn ein Unternehmen gestärkt aus der Krise hervorgeht, wird sich neben dem Aufschwung der Wirtschaft auch die (erzwungenen) Veränderungen nachhaltig positiv auswirken. Welche Veränderungen werden bei Ihnen und Ihrer Organisation nachhaltig bleiben?

Photo by Dan Burton on Unsplash

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Damian Kirtz
Damian Kirtz
Master in Business Information Management, systemischer Business Coach und systemischer Organisationsentwickler. Fokus auf Strategie, Konzeption, Innovation und Organisationsentwicklung.
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