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Künstliche Intelligenz (KI) im Handel

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KI als Chance für den Handel

Heute war „Tag der KI im Bundeswirtschaftsministerium“. Es wurden erstmalig die Ergebnisse der Studie „Perspektiven der Künstlichen Intelligenz (KI) für den Einzelhandel in Deutschland“ vorgestellt.

Durchgeführt wurde die KI-Studie von der Youse GmbH, dem EHI Retail Institute und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Auftraggeber war das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Ein Interessantes Thema für uns, den im Rahmen der Digitalen Transformation von Unternehmen spielt KI eine immer größer werdende Rolle.

Quelle: Gartner

Wir begreifen KI als Chance für Händler, um dem digitalen Wandel mit neuen Geschäftsmodellen zu begegnen oder bestehende Systeme effizienter und effektiver zu machen.

Auch für die Wiederbelebung der Stadt- und Dorfkerne könnte KI im Handel maßgeblich sein.

Key Insights der Studie

Folgende Handlungsfelder für KI im Handel wurden identifiziert:

Hier das interaktive Schaubild zum Download.

Welche Erkenntnisse hat die Studie hervorgebracht (Auswahl)?

  • Die Wucht der Digitalisierung, die eher schleichend statt disruptiv den stationären Einzelhandel zunächst in Form des Wettbewerbs durch den Online-Handel erreicht hat, schickt sich an, mit KI den Handel zu einem weiteren Transformationsschritt zu drängen.
  • Durch die Forschung und Entwicklung in deutschen und internationalen Unternehmen und Forschungseinrichtungen wird sich diese Schlüsseltechnologie (künstliche Intelligenz) nach Einschätzung der Autor*innen in den nächsten Jahren zunehmend als Standard etablieren.
  • Heute genießen lokale Einzelhändler oftmals aufgrund ihrer hohen Beratungskompetenz das Vertrauen der Kund*innen, müssen aber zukünftig mehr bezüglich ihrer Produktpalette, des angebotenen Kundenservices und der Preisgestaltung tun, um mit der Konkurrenz aus dem Online-Handel mithalten zu können.
  • Um sich gegenüber internationalen Online-Konzernen wettbewerbsfähiger aufzustellen, müssen stationäre Einzelhändler ihre Vorteile bezüglich Kundenvertrauen und Beratungskompetenz mit den Möglichkeiten der Digitalisierung kombinieren.
  • Es besteht die Gefahr einer weiteren Abhängung des KMU-Handels gegenüber des zentral organisierten, filialisierten Handels und gegenüber internationalen aufgestellten Online-Anbietern.
  • Während im flialisierten Einzelhandel mit seiner hohen Zahl von Kundenkontakten und Geschäften täglich eine Vielzahl von wertvollen Daten produziert wird, ist die Datenbasis des einzelnen Händlers gering. Doch KI benötigt große Datenmengen und mit der Quantität steigt die Qualität der Analyseergebnisse. Hier setzen Kooperationen, insbesondere im Rahmen von Einkaufs- und Verbundgruppen an, die durch ihre übergreifende Position auf der Großhandelsstufe, den Datenraum des einzelnen Einzelhändlers erweitern können.

Wir kann der Handel von künstlicher Intelligenz profitieren?

Was habe ich mitgenommen?

Alle kochen mit Wasser, nur die einen haben einen Schnellkochtopf, die anderen eben nicht. Grundsätzlich gibt es auch hier, genau wie bei der Digitalen Transformation insgesamt zwei Perspektiven für die Operationalisierung der Technologie: Optimierung vs. Innovation.

Gleichzeitig sind die Perspektiven aus dem Handel noch sehr an das Produkt und dessen Distribution gekoppelt. Die Optimierung der „Customer Centricity“ in Prozessen ist noch ein Randthema.

On- und offline werden auch beim Thema KI und dessen Einsatz für den Einzelhandel noch vorwiegend getrennt gedacht. Hier muss noch Integrationsarbeit stattfinden.

Ob und welche Auswirkungen KI im (stationären) Handel auf die Verödung der Innenstädte hat, wurde leider nur ganz am Rande adressiert. Kann Künstliche Intelligenz dem Einzelhandel helfen, die Innenstadt wieder zurück zu erobern? Oder wird der Einsatz von KI ein zusätzlicher Baustein für eCommerce sein, den stationären Handel langfristig zu verdrängen?

Chancen für den (stationären) Handel

Wie kann die Zentrale im Handel von KI profitieren?

  • Sortimentsgestaltung: Anpassung und Platzierung des Sortiments an die Kundenbedürfnisse
  • Dynamische Preisoptimierung: Automatische Preisanpassung des Sortiments
  • Bestandsmanagement: Kontrolle und optimale Anforderung des Sortiments
  • Personaleinsatzplanung: Optimale Personalplanung anhand von Echtzeitdaten wie z.B. Wetter oder Kaufverhalten
  • Energiemanagement: Permanente Überprüfung und Minimierung des Energieverbrauchs

Wie können logistische Prozesse von KI profitieren?

  • Auslieferung der Waren: Mit Sensoren und Kameras ausgestattete Roboter liefern Pakete bis vor die Haustür
  • Tourenplanung: Interelligente Software optimiert die Tourenplanung durch Einbindung von Faktoren wie Kaufverhalten, Wetter etc.
  • Kommissionierung/Regalbefüllung: Transport der Produkte aus dem Lagee und in die Regale durch robotische Systeme
  • Smart wearabbles: Sensoren und(oder Datenbrillen werden am Körper des Personals getragen und geben aktuelle Informationen wie z.B. Auftragsänderungen
  • Inventur: Robotische Systeme wie Drohnen optimieren den Bestand anhand qualitativer Daten wie z.B. Luftqualität und Raumtemperatur

Wie kann künstliche Intelligenz die Filiale stärken?

  • Personalisiertes Marketing: Identifikation von Nutzerdaten um zielgerichtete Angebote zu platzieren
  • Intelligentes Audiomarketing: HändlerInnen passen anhand von Kundendaten und äußeren Einflüssen wie z.B. dem Wetter das Audiomarketing (Musik) an, um eine angenehme Einkaufsatmosphäre zu schaffen
  • Beratungs-/Verkaufsroboter: Analyse des Kaufverhaltens, Treffen der Vorauswahl und Unterstützung des Verkaufspersonals
  • Self-Checkin und Self-Checkout: Vereinfachung des Einkaufs mittels Bilderkennung der Produkte und automatisches Bezahlen
  • Betrugserkennung: Überwachung des Kassensystems, um Unregelmäßigkeiten im Kassenablauf zu erkennen und zu verhindern
  • Inventur: Schneller Überblick über den Bestand mit Hilfe von RFID-Tags
  • Service und Reinigungsroboter: Übernahme von Aufgaben des Reinigungspersonals

Wie kann KI im Handel die Kundenerfahrung verbessern?

  • Visuelle Produktsuche: Vereinfachte Produktsuche z.B. mittels Smartphone
  • Individuelle Kaufberatung: Bessere Unterstützung beim Einkauf anhand Kundenprofils
  • Virtuelle Anprobe: Anfertigung von 3D-Bildern, damit das Kleidungsstück passgenau an Kunden*innen gezeigt werden kann
  • Chatbot: Bearbeitung von Kunden*innenanfragen durch eine lernfähige KI-Plattform

Das Programm des Tags der KI im BMWi

  • Begrüßung durch das BMWi (Staatssekretär Dr. Nußbaum)
  • Vorstellung der Studienergebnisse Marco Atzberger (EHI Retail Institute), Dr. Sebastian Glende (YOUSE), Niels Will (DFKI)
  • Diskussionsrunde (inkl. E voting …) mit Beispielen aus der Praxis
    • Dr. Michaela Regneri (Otto GmbH & Co KG) : KI und die Einbindung der Mitarbeiter*innen
    • Jan David Waller (dm): KI aus der Perspektive des Handels
    • Holger Schell (Schwarz Gruppe): KI aus der Perspektive des Handels
  • Vortrag: Perspektiven der Künstlichen Intelligenz
    • Xenia Giese (Microsoft): KI aus der Perspektive der Anbieter
    • Professor Michael Beetz (Uni Bremen): KI aus Sicht der Wissenschaft
  • Workshop: Erarbeitung von KI-Anforderungen an Anbieter und Politik Moderation durch Projektteam
  • Abschlussdiskussion
  • Schlusswort

Fazit: Konsumenten bei Einsatz von KI noch nicht im Fokus

Leider konnte ich nur bis mittags an der Veranstaltung teilnehmen. Den Workshopteil habe ich also verpasst, bin aber gespannt auf die Ergebnisse.

Der Vormittag war vor allem durch das Panel und die vorgetragenen Praxisbeispiele sehr inspirierend. Danke an die teilnehmenden Podiumsgäste!

Ersichtlich war, dass das Thema zum einen noch sehr in den Kinderschuhen steckt. Zum anderen gibt es aber schon viele konkrete Beispiele, wo KI bereits erprobt und erfolgreich eingesetzt wird.

Alleine die Abgrenzung zwischen digitalisierten Prozessen und AI fiel noch schwer. Ähnlich wie beim Thema „Big Data“, wo plötzlich jeder digitalisierte Datensatz unter das Thema gepackt wird.

Zu wenig im Fokus – und auch hier sieht man, dass das Thema noch lange nicht bei den Unternehmen angekommen ist – standen die Verbraucher.

Beeindruckend – wenn gleich schon etwas in die Jahre gekommen – war der von Microsoft gezeigte KI Use Case Lektionen aus der-Küche von Lowe (siehe Video).

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Beeindruckend zu sehen, wie hier KI, Mixed Reality und Social Media zusammen eine stimmige Nutzererfahrung erzeugen. Das als kleiner Vorgeschmack auf das nächste Marketing-Buztzword der kommenden Jahre „Convenience“. Vor allem im Bereich „Voice Search“ schon der Kampfbegriff.

Die Studie PERSPEKTIVEN DER KÜNSTLICHEN INTELLIGENZ FÜR DEN EINZELHANDEL IN DEUTSCHLAND im pdf.-Format.

Photo by Alexander Sinn on Unsplash

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Reinhardt Neuhold
Manchmal Speaker, meistens Zuhörer. Gründer, Gesellschafter und Geschäftsführer von Agentur Gerhard.
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