Grad der digitalen Reife in mittelständischen Unternehmen bestimmen

Um den eigenen Reifegrad der digitalen Transformation zu bestimmen, sollten alle Bereiche einzeln für sich bewertet werden. Dies ermöglicht auch, darauf basierend die notwendigen Maßnahmen zur Steigerung der Reife pro Bereich festzulegen.

Wir haben dafür 14 Bereiche eruiert, die unsere 9 Felder der digitalen Transformation beinhalten und um weitere Bereiche erweitert worden sind. Die darin enthaltenen Fragen sollen helfen, den Grad der digitalen Reife bei (mittelständischen) Unternehmen zu bestimmen.

Strategie

  • Ist die digitale Transformation Teil der Unternehmensstrategie?
  • Gibt es für die digitale Transformation eine „Transformationsstrategie?
  • Wurden in dieser Strategie Ziele in Einbezug des SMART-Prinzipes festgelegt?
  • Zahlt die Erreichung der Ziele der Transformationsziele auf die Ziele der Unternehmensstrategie ein?
  • Wurden Meilensteine in der Strategie definiert?
  • Wurde die Transformationsstrategie im Unternehmen kommuniziert?
  • Wurden alle Abteilungen bei der Strategieerarbeitung miteinbezogen?  
  • Wurden in der Strategie die vorhandenen oder notwendigen Kompetenzen und Ressourcen berücksichtigt?

Management der digitalen Transformation

  • Ist eine Roadmap basierend auf der Transformationsstrategie vorhanden?
  • Wird die Transformation in verschiedene Maßnahmenpakete aufgeteilt?
  • Wird parallel an der Transformation im Unternehmen gearbeitet oder nur sequenziell?
  • Gibt es ein zentreales Management für die digitale Transformation (Manager*In oder Management-Team)
  • Wie ist das Management der digitalen Transformation im Unternehmen verankert?
  • Welchen Stellenwert und Kompetenz hat das Management der digitalen Transformation im Unternehmen?
  • Hat die digitale Transformation eine Priorität im Management des mittelständischen Unternehmens?

Führung und Management

  • Wird die Transformationsstrategie sowie Umsetzung von der gesamten Unternehmensführung /-management getragen?
  • Sind alle Führungskräfte in die Transformation miteinbezogen?
  • Verändert sich durch die Transformation auch die Führungskultur im Unternehmen?
  • Verändert sich durch die Transformation auch die hierarchischen Strukturen?
  • Gibt es eine aktive Entwicklung der Führungskultur als Teil des Transformationsprozesses?
  • Werden Führungskräfte regelmäßig geschult (in der Führungskultur sowie bzgl. digitale Transformation)?

Customer Centricity

  • Bezieht das mittelständische Unternehmen die Kunden in die Entwicklung (Neu- und Weiterentwicklung) von Produkten und Services mit ein?
  • Werden Neu- und Weiterentwicklungen nah mit den Kunden ausgetestet?
  • Werden kunden-zentrierte Entwicklungskonzepte wie z.B. die Lean Startup Methodik angewendet?
  • Wird agil an Neu- und Weiterentwicklungen gearbeitet oder sehr traditionell (z.B. nach dem Wasserfall-Prinzip)
  • Werden Daten der Kundenbeziehungen im Unternehmen verwendet?
  • Entspringen Neu- und Weiterentwicklungen den wirklichen Bedürfnissen von Kunden, und werden diese entsprechend systematisch eruiert und gesammelt?
  • Werden zukünftig mögliche Bedürfnisse der eigenen Kunden sowie des Marktes (potenzielle Kunden) antizipiert? Werden diese danach mit Kunden ausgetestet (z.B. durch Gespräche oder Testingpanels mit Prototypen oder Konzeptpräsentationen)
  • Wird immer der Mehrnutzen für Kunden ins Zentrum der eigenen Bestrebungen gestellt?
  • Sind die Kunden entsprechend im Zentrum des eigenen Tuns?

Customer Experience & Usability

  • Wird Wert gelegt auf eine bestmögliche Benutzerfreundlichkeit (Usability)?
  • Werden dafür Kunden direkt miteinbezogen (z.B. bei Neu- und Weiterentwicklungen)?
  • Ist das Unternehmen bestrebt, ein größtmögliches Kundenerlebnis zu schaffen mit den eigenen Tätigkeiten (von den eigenen Produkten über die eigenen Services bis hin zur Kommunikation und Vertrieb)
  • Wird im Marketing, Kommunikation und Vertrieb mit „Seamless Customer Journeys“ gearbeitet? Also die Verwendung von Daten, um die Wege und Berührungspunkte mit dem Unternehmen nachvollziehen und die eigenen Tätigkeiten darauf ausrichten zu können).

Beziehungsmanagement

  • Findet ein professionelles Beziehungsmanagement mit Kunden und Lieferanten satt?
  • Wird das Beziehungsmanagement als eigenständige Disziplin im Unternehmen angesehen (abteilungsübergreifend) und entsprechend systematisch gefördert?
  • Ist ein CRM-System als Unterstützung des Beziehungsmanagements im Einsatz?
  • Werden den bestehenden Beziehungen mit Kunden und Lieferanten den entsprechenden Wert gegeben?
  • Werden die Beziehungen wertschätzend gestaltet?
  • Erfahren die Kunden und Lieferanten von ihrem Stellenwert für das Unternehmen ?
  • Werden Beziehungen mit Kunden gefestigt und unabhängig des Umsatzes aktiv gepflegt?
  • Werden die Daten der Beziehungen für das Unternehmen verwendet (u.a. für Neu- und Weiterentwicklung von Services)?

Product- & Service Innovation

  • Werden durch die digitale Transformation bestehende Produkte und Services verbessert oder erweitert?
  • Besteht eine regelmäßige Innovation bei den eigenen Produkten und Services?
  • Wird die Innovationsfähigkeit in allen Bereichen des Unternehmens gefördert?
  • Wie ist entsprechend die Innovationsfähigkeit im Unternehmen etabliert (z.B. durch eine zentrale Innovationabteilung oder zugewiesenen Ressourcen pro Abteilung für Innovationen)
  • Gibt es eine systematische und etablierte Innovationsarbeit im Unternehmen? Dies betrifft die Produkte und Services wie auch die Prozesse, Organisation, Kultur und Arbeitsmethoden.
  • Werden auch die Services für die eigenen Mitarbeitenden verbessert und durch Innovationen erweitert?

Organisation und Organisationsentwicklung

  • Sind für die digitale Transformation genügend Ressourcen in den Abteilungen vorhanden?
  • Wird die digitale Transformation in der gesamten Organisation vorangetrieben?
  • Sind alle Bereiche der Organisation an der digitalen Transformation beteiligt und werden dabei miteinbezogen (von der Strategieentwicklung bis zur Ausführung)?
  • Wird die Organisation als Teil der digitalen Transformation aktiv entwickelt?
  • Wie ist die Organisationsentwicklung im Unternehmen etabliert und gibt es bereits eine Etablierung einer aktiven permanenten Organisationsentwicklung?
  • Gibt es noch Silos im Unternehmen und wie werden diese behandelt?

Kultur

  • Welche Auswirkung hat die digitale Transformation auf die eigene Unternehmenskultur?
  • Ist die Unternehmenskultur fördernd oder hindernd für die digitale Transformation?
  • Ist die Unternehmenskultur auch Bestandteil der digitalen Transformation?
  • Wie wird die Unternehmenskultur im Unternehmen entwickelt?
  • Werden Mitarbeitende aktiv in ihrer Entwicklung gefördert (u.a. für das digitale Zeitalter fit gemacht)?
  • Gibt es im Unternehmen eine wertschätzend- und Feedback-orientierte Kultur?
  • Ermöglicht die Unternehmenskultur eigenständige Innovationen der Mitarbeitenden?
  • Gibt es eine Kultur des offenen Denkens und Diskutierens?
  • Gibt es im Unternehmen Raum für neue Ideen?
  • Werden Ideen und Verbesserungsinputs der Mitarbeitenden ernstgenommen und in die Planung des Unternehmen miteinbezogen?
  • Werden im Unternehmen neue Ideen auch tatsächlich umgesetzt?
  • Gibt es eine Förderung von Kreativität und Innovation?
  • Wird eine Start-Up Mentalität in allen Abteilungen gefördert (u.a. schnell Ideen ausprobieren und mit wenig Aufwand als Version 1 umsetzen)?

Know-How Management

  • Finden regelmäßig interne und externe Weiterbildungen statt?
  • Beherrschen die Führungskräfte und Mitarbeitenden digitale Produkte (u.a. in der Administration)?
  • Werden für alle Menschen im Unternehmen Lernziele in den Mitarbeitergesprächen definiert?
  • Findet im Rahmen des Personalmanagement eine Förderung der Angestellten statt? Werden diese in ihrer persönlichen beruflichen Laufbahn beraten und unterstützt?
  • Werden neue Erkenntnisse und neues Know-How in den laufenden Betrieb übernommen?
  • Wird der abteilungsübergreifende Austausch von Wissen und Know-How proaktiv durch das Unternehmen gefördert?
  • Wird im Unternehmen systematisch Fachwissen in den Bereichen Digital, Internet of Things und Industrie 4.0 gefördert?

Art der Zusammenarbeit (Collaboration)

  • Wird hierarchisch nach dem Top-Down Prinzip geführt oder sind die Mitarbeiter selbstständig organisiert, um ihren Beitrag zum Erreichen der Unternehmensziele zu leisten?
  • Findet eine kooperative Zusammenarbeit aller Angestellten zum Erreichen der Unternehmensziele und der Transformationsziele satt?
  • Wird die abteilungsabteilungsübergreifende Zusammenarbeit aktiv gefördert?
  • Werden modernere Arbeitsweisen wie agiles Arbeiten und Selbstorganisation im Unternehmen eingesetzt?
  • Werden die Angestellten am Erfolg beteiligt?
  • Gibt es im Unternehmen eine ausgeprägte Fehlerkultur und werden Fehler entsprechend als notwendigen Teil der Entwicklung gesehen?
  • Findet einen offenen Umgang untereinander statt?
  • Gibt es Raum für nicht projektspezifischen Austausch?

IT-Infrastruktur

  • Wird die IT-Infrastruktur als Ermöglicher und nicht als Notwendigkeit angesehen?
  • Finden regelmäßige Investitionen sowohl in die Erhaltung wie auch in den Ausbau der IT-Infrastruktur statt?
  • Fördert die IT-Infrastruktur die Umsetzung von Innovationen?
  • Ist die IT-Infrastruktur fortlaufend Markt-konform und somit auf dem neusten technologischen Stand?
  • Werden die Angestellten regelmäßig für die IT-Infrastruktur geschult?
  • Hat die IT-Abteilung und ihre Arbeit einen hohen Stellenwert im Unternehmen?

Digital Infrastruktur, IoT und Industrie 4.0

  • Gibt es eine bewusst geschaffene digitale Infrastruktur (z.B. für Marketing, Vertrieb und Verkauf)?
  • Findet bereits ein digitaler Verkauf statt (über eigenen Onlineshop oder über digitale Marktplätze)?
  • Werden digitale Infrastrukturen und Technologien für die Entwicklung neuer Produkte und Services genutzt?
  • Werden digitale Technologien für die Kommunikation mit Kunden verwendet?
  • Werden digitale Produkte in den Abteilungen eingesetzt (z.B. SaaS anstelle fix installierter Softwares)?
  • Verhindert die Compliance den Einsatz von digitalen Produkten?
  • Wird dem Datenschutz vollumfänglich Rechnung getragen (hinsichtlich Kunden, Lieferanten und Angestellten)?
  • Finden neue digitale Produkte rasch Einzug in den Betrieb?
  • Werden Systeme mit künstlicher Intelligenz im Unternehmen eingesetzt?
  • Werden Technologien basierend auf Internet of Things (IoT) im Unternehmen eingesetzt?
  • Werden bei Produktionsunternehmen moderne computergestützte Systeme eingesetzt für eine Industrie 4.0?
  • Wird die Industrialisierung 4.0 (Industrie 4.0) aktiv im Unternehmen vorangetrieben?
  • Werden Prozesse größtmöglich automatisiert (mit Softwares oder Roboters)?

Business Process Management

  • Findet ein aktives strategisches Prozess Management satt?
  • Finden regelmäßige Audits und regelmäßige Verbesserung der eigenen Geschäftsprozesse statt?
  • Werden Daten aus Prozessen für deren Weiterentwicklung und Verbesserung genutzt?
  • Wird das Business Prozess Management systematisch im Unternehmen betrieben (z.B. durch eigene Abteilung)?
  • Werden Business Prozess Management Softwares oder deren Integration in Systemen (wie SAP) für die Prozessabwicklung eingesetzt?
  • Gibt es definierte und gelebte Prozesse für die gesamten Supply Chain (vom ersten Kundenkontakt über das Beziehungsmanagement bis zum Beziehungsende)?
  • Werden Prozesse größtmöglich automatisiert? Findet eine regelmäßige Automatisierung von manuellen Prozessen statt?
  • Wird das Business Prozess Management für die Effizienzsteigerung verwendet?
  • Werden durch Prozesse neue Innovationen ermöglicht oder sind Prozesse Verhinderer von Innovationen?
  • Gibt es Prozessinnovationen im Unternehmen?

Photo by patricia serna on Unsplash

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Damian Kirtz
Damian Kirtz
Fokus auf Strategie. Konzeption. Innovation. Immer schweizerisch freundlich, kritisch (hinter-) fragend sowie vernetzt- & querdenkend unterwegs.
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