Digitalisierung im Mittelstand – Beispiele und Projekte

Beispiele für Digitalisierung im Mittelstand gibt es viele, oft sind sie gar nicht sichtbar

Wir haben an dieser Stelle einige Beispiele für die Digitalisierung im Mittelstand für Sie zusammengetragen. Auch für größere Mittelstandsunternehmen und Konzerne durchaus eine Inspirationsquelle für zukünftige Vorhaben.

Eine Möglichkeit die digitale Transformation im eigenen Unternehmen voranzutreiben kann es sein, auf viele kleine Projekte zu setzen bestehen, anstatt den einen großen Wurf zu landen. Vor allem wenn das bestehende Geschäftsmodell noch funktioniert.

Denn die digitale Transformation von Unternehmen sollte nicht als ein monolithisches Projekte saufgefasst werden. Digitalisierung und Transformation sind andauernde Prozesse, welche die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen sichert, indem bestehende Prozesse optimiert werden, aber auch ganz neue digitale Geschäftsmodelle implementiert werden können.

Nicht der große Wurf, aber ein strategisches Fundament

Es kommt also nicht darauf an, gleich zig Millionen Investitionsbudget in die Hand zu nehmen, das ganze Unternehmen komplett neu auszurichten.

Eine smarte Strategie zur individuellen digitalen Transformation des eigenen Unternehmens, unterschiedlicher Unternehmensbereiche, einzelner Produkte und Services können zusammen mit einer agilen Projektsteuerung Pilotprojekte zur Blaupause werden lassen, die das ganze Unternehmen beflügeln.

Wie haben einige Beispiele für Sie zusammen getragen, die zeigen, wie individuell sowohl die Digitalisierung im Mittelstand von bestehenden Prozessen aussehen kann, als auch die Realisierung komplett neuer Geschäftsmodelle.

Revolution in 3D

Digital Supply Chain Solutions (DSCS) ist ein Joint Venture von Andreas Schmid Logistik und Voxeljet.

DSCS berät mittelständische Unternehmen, wie sie die Vorteile des 3D-Drucks für sich und ihre Lagerhaltung nutzen können.

Dazu analysiert der Mittelständler die Produktionsprozesse von Unternehmen. Ziel ist es, diese zu optimieren und die additive Fertigung dort einzusetzen, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist.

Andreas Schmid Logistik will vorausschauend auf den Veränderungsprozess reagieren und sich dank des 3D-Drucker-Bündnisses an die Spitze des Fortschritts stellen.

Mit einer „proaktiven Strategie“ hat Andreas Schmid Logistik gute Erfahrungen gesammelt. Das Unternehmen erkannte frühzeitig, wie wichtig die elektronische Datenverarbeitung für Logistiker ist. So wurde ein eigenes IT-Unternehmen gegründet, das heute rund 100 Mitarbeiter beschäftigt.

WhatsApp als Kommunikationstool – auch das ist Digitalisierung im Mittelstand

Rund 100 Kunden (Stand Oktober 2017) bedient die Druckerei Wenzel aus München via WhatsApp. Und jeden Monat werden es konstant mehr.

„Vornehmlich junge Leute schätzen die schnelle, direkte Kommunikation“, sagt Andreas Wollin,Leiter Kommunikation bei Wenzel. „Auch formlose und damit unverbindliche Angebote laufen über diesen Kanal, zum Beispiel wenn jemand nur eine Hausnummer an Kosten benötigt.“

Kundenberatung und Service-Leistungen stehen bei Wenzel im Fokus der Kundenkommunikation über WhatsApp. Ziel sei es aber, laut Wollin, den Kunden letztlich doch ins Geschäft zu lotsen.

WhatsApp ersetzt (noch) nicht in jedem Falle einen persönlichen Kontakt.

Wie der 3D-Druck die Zukunft eines Repro-Unternehmens rettet

3D-Druck wird immer skalierbarer und somit auch für kleine Traditionsunternehmen als Produktionsmittel erschwinglich.

Ein Beispiel aus Italien zeigt, wie die innovativ Produktionsmethode des 3-D Drucks den Weg in die Digitalisierung des eigenen Geschäftsmodells eröffnen kann.

Durch die neue Technik des 3D-Drucks ist das italienische Repro-Unternehmen Digicopy (www.digicopy.it) in der Lage, völlig neue Dienstleistungen anzubieten. So können z.B. Architekten 3D-Objekte in Druckauftrag geben.

Das Geschäftsmodell eines Handwerksbetriebs wurde komplett umgekrempelt, denn Repro im klassischen Sinne gibt es heute nicht mehr. Der 3D-Druck ist hier die logische Weiterentwicklung der bestehenden Dienstleistungen.

Nebeneffekt: Auch für die Architekten ergeben sich in diesem Falle plötzlich neue Möglichkeiten!

Augmented Reality in der Projektlogistik

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Die PTS Logistics Group setzt die Microsoft HoloLens ein, um Verpackungen für Transportkisten zu planen und im Handling bis hin zur Baustelle zu optimieren. Das bietet Potenzial für Prozessverbesserungen und für das Unternehmen einen vorausschauenden Technologiesprung.

Digitalisierung im Mittelstand: Müllabfuhr

Die Erstellung von Tourenplänen ist aufwändig und muss zudem laufend optimiert werden, sobald sich Änderungen z.B. in der Verkehrssituation ergeben.

Auch die Einarbeitung neuer Mitarbeiter ist hier aufwendig und zeitintensiv. Gerade auch im Mittelstand ein kritisches Thema, wo Ressourcen Mangelware sind.

Die Hausner Logistik Service (HLS) in Passau entwickelt Tourenpläne für Müllentsorger. Auf einer Plattform ist es möglich via Punkt-zu-Punkt Navigation die Tagestouren zu optimieren. Folge: die Einarbeitung neuer Mitarbeiter verkürzt sich rapide, Zweitfahrten und Umwege werden reduziert.

Wie funktioniert das?

Kein Auswendiglernen von Routen mehr, denn alle nötigen Infos sind in Echtzeit in einem speziellen Navi-System hinterlegt.

Der Roboter im Lager

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Engelbert Strauss setzt in Teilen des Zentrallagers (57.000 Quadratmeter | 120.000 Warenstücke) Roboter der Firma Grenzebach ein, um das Retourenmanagement zu optimieren: So fahren entweder Roboter mit gefüllten Regalen zu Entnahme vor oder bringen leere Regale zur Befüllung vorbei.

Industrie 4.0 und Smart Factory aus dem Schwabenländle

Auch beim schwäbischen Mittelständler Trumpf, Komplettanbieter bei Werkzeugmaschinen, ist Digitalisierung ganz oben auf der Agenda.

Dabei besteht die Digitalisierungsstrategie aus drei Handlungsfeldern: Lösungen für die Kunden – das ist TruConnect, eine Lösung für die digitale Fabrik – sowie Angebote für die gesamte Fertigungswelt – das ist Axoom, die digitale Produktionsplattform für die Industrie. Und drittens: digitale Transformation der eigenen Wertschöpfung.

Innovative Lösungen für Flottenmanagement, Transport und Logistik

Das neue Unternehmen Kubikx – ein Ableger der Schmitz Cargobull AG – möchte das Fleetmanagement, Transport- und Logistikprozesse zu digitalisieren.

„Digitale Lösungen zum Steuern und Überwachen globaler Lieferketten werden immer wichtiger, aber auch komplexer“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Andreas Schmitz und verwies auf die immer stärkere Vernetzung zwischen Fahrzeugen, Fracht und Infrastruktur.

Richtig digitalisieren: Next Steps für den Mittelstand

Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie auch in der Broschüre Mittelstand-Digital: Strategien zur Digitalen Transformation der Unternehmensprozesse (pdf.) des BMWI oder natürlich bei uns unter Digitale Transformation.

Wenn Sie sich besonders für die Plattform als Geschäftsmodell interessieren, können Sie hier mehr über digitale Geschäftsmodelle und Beispiele für Plattformökonomie erfahren.

Förderung ist möglich

Gerade im Mittelstand kann die Investition in neue Geschäftsmodelle oder auch die Digitalisierung von Marketing und Vertrieb für das bestehende Geschäftsmodell nur in einem überschaubaren Volumen getätigt werden.

Doch nicht nur die Bundesregierung hält eine digitale Transformation von mittelständischen Unternehmen für unbedingt geboten, um im (globalen) digitalen Wettbewerb mitzuhalten und den Anschluss nicht zu verlieren.

Ist Ihr Unternehmen kleiner als 100 Beschäftigte und hat nicht mehr als 20 Millionen Umsatz im Jahr, dann ist das Förderprogramm go digital des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie für Sie geeignet.

Quellen: gi.de (pdf), wfb-bremen.de, wfb-bremen.de, produktion.de, BMWI, internetworld.de, augsburger-allgemeine.de, verkehrsrundschau.de

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Hinweis: Der Artikel wurde im November 2017 das erste Mal publiziert und im Mai 2020 überarbeitet.

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