Digitale Transformation heißt Mehrwerte schaffen: Am Beispiel der deutschen Maschinenbauer

Die deutschen Maschinenbauer kommen bei der digitalen Transformation nicht voran, wie noch vor Jahren erhofft. Zu diesem Schluss kommt der Branchenverband VDMA mit dem Beratungsunternehmen McKinsey in einer Befragung, wie ein aktueller FAZ-Artikel aufzeigt.

Die Erschaffung und Nutzung einer digitalen Plattform war bei den deutschen Maschinenbauern eine vielversprechende Idee. Der Aufbau einer solchen Plattform-Ökonomie, in welcher den Kunden ein zentraler digitaler Zugang angeboten wird und vernetzte Maschinen und neu erschaffene digitale Services gebündelt werden, hat sich (noch) nicht etabliert. Einige Leuchtturmprojekte sind die Ausnahme.

Digitalisierung der Produkte weit vorangeschritten

Bei der Digitalisierung der Maschinen muss sich die deutsche Maschinen Industrie nicht verstecken. Die Maschinen sind heute hochmodern, digital mittels Internet of Things (IoT) miteinander verknüpft und mit Sensoren bestückt. Dadurch lassen sie sich besser warten, und haben an Effizienz gewonnen. Nach der Digitalisierung des Kern-Produktes lässt die digitale Transformation des Geschäfts jedoch noch auf sich warten.

Tut es nicht die deutsche Industrie, werden es internationale Tech-Firmen tun

Laut der zitierten Studie, bei der 200 deutsche Unternehmen befragt wurden, liegt der Umsatz der digitalen Plattformen und ihren Zusatzservices bei gerade mal 0.7% des Gesamtumsatzes pro Jahr – 6 Milliarden Euro. Die Autoren der Studie schätzen das Volumen davon jedoch auf 40 Milliarden Euro im Jahr. Sie warnen, dass falls die deutschen Maschinenbauer nicht nachlegen, bald große Tech-Firmen wie Google und Microsoft es tun werden. Googles Bestrebungen in diesem Bereich sind bereits bekannt (u.a. Google Nest).

Conclusion: Neues sollte immer einen Mehrwert schaffen

Wichtig scheint uns deshalb, dass bei der digitalen Transformation darauf geachtet wird, dass Neues – im Beispiel der Maschinen-Industrie neue digitale Plattformen und neu geschaffene Services – einen zusätzlichen Mehrwert schafft, und die Transformation nicht darin besteht, nur die Kostenstruktur für die für die Kunden zu ändern. Dies ist nach unserer Beobachtung ein Fehler, der heute in vielen Branchen gemacht wird. Die bisherigen Kosten, z.B. für ein Produkt wie eine Maschine, werden in neue verschiedene Kostenblöcke (Maschine, Wartung, Zusatz-Features etc.) oder in andere Bezahlarten für die Besitzform (Miete im Abo anstelle Kauf) aufgeteilt. In der Summe wird jedoch damit kein zusätzlichen Wert und somit einen echten Mehrwert für die Konsumenten geschaffen.

Ein wesentlicher Aspekt einer erfolgreichen digitalen Transformation ist, damit einen Mehrwert für die Konsumenten zu schaffen. Dieser Mehrwert ist der neue, zusätzliche Erlös-Stream für das Unternehmen.

Durch die Nutzung von Daten mittels IoT können beispielsweise neue wertvolle Services den Kunden angeboten werden. So kann z.B. eine digital verfügbare Software angeboten werden, mit welcher der Kunde seine eigene Produktion mit den Maschinen und ihre Produkte verbessern kann. Diese kann als Teil der Plattform oder separat verfügbar gemacht werden. Oder durch den Einbezug von Big Data Systemen und deren Nutzung kann der Maschinen-Kunde wertvolle Erkenntnisse für die Entwicklung neuer Features gewinnen, oder diese Daten mit seinen Kunden teilen und dadurch neue Bedürfnisse seitens seiner eigenen Kunde erzeugen.

FAZ-Artikel zum Nachlesen Photo by Daniel Wiadro on Unsplash

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Damian Kirtz
Damian Kirtz
Fokus auf Strategie. Konzeption. Innovation. Immer schweizerisch freundlich, kritisch (hinter-) fragend sowie vernetzt- & querdenkend unterwegs.
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