Büro der Zukunft: Die Neugestaltung des urbanen Workspace

Die Erfahrungen und Learnings aus dem Agentur-Homeoffice, die wir in dem Blogbeitrag “Büro der Zukunft: Was kommt nach dem Corona Homeoffice?” zusammengefasst haben, werfen viele Fragen für die künftige Gestaltung und Rolle des physischen Workspace auf.

Ein Beitrag des Harvard Business Reviews liefert auf der Suche nach Antworten interessante Ansätze und Szenarien, wie ein urbanes Office in Zukunft aussehen könnte. Wir haben die für uns wichtigsten Aspekte aufgearbeitet und durch eigene Erfahrungen ergänzt.

Wird das klassische Office überflüssig?

Bei den Überlegungen zum Büro der Zukunft muss zunächst die Frage beantwortet werden, ob es überhaupt noch ein Büro im eigentlichen Sinne braucht. Die Antwort darauf lautet: Ja und Nein. Ja, ein physischer Ort, an dem Mitarbeitende zusammenkommen, Beziehungen sich entwickeln und eine Unternehmenskultur wachsen kann, spielt weiterhin eine wichtige Rolle.

Und nein, die Zeiten des klassischen Office sind passé. Größe, Struktur und Zweck von Bürogebäuden müssen neu gedacht und viel stärker auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden ausgerichtet werden.

Vielseitigkeit des Workspace ist das A und O

Denn das Office Design hat einen erheblichen Einfluss auf die Leistung, Kreativität und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden. Ein Büro der Zukunft sollte daher vor allem vielseitig sein und individuelle Needs abdecken können – je nachdem woran eine Person gerade arbeitet. So sollte es zwar weiterhin Meeting Räume geben, aber auch offene Lounges oder ruhige Bereiche zum konzentrierten Arbeiten. Auch das Homeoffice gehört hier zum Gesamtkonzept, denn der Arbeitsort und die Arbeitszeit spielen zukünftig nur eine sekundäre Rolle – was zählt, ist das Ergebnis.

Ein zentraler Aspekt, den ein physischer Workspace erfüllen sollte, ist ein Ort der Begegnung. Dies ist vor allem während der aktuellen Pandemie sehr deutlich geworden. Vor allem in großen Unternehmen beschränkt sich der Austausch momentan meist auf einzelne Büros oder maximal das eigene Stockwerk. Zukünftige Raumkonzepte müssen daher neu gestaltet werden, indem sie zum Beispiel mehr öffentliche Bereiche schaffen, in denen ein natürliches Aufeinandertreffen ermöglicht wird.

Von Büro-Giganten zu dezentralen Office-Einheiten

Doch wie genau kann so ein Büro der Zukunft aussehen?
In dem Szenario des Beitrags aus dem Harvard Business Review werden urbane Offices zu einer „networked series of nodes throughout a city or geographic region at different scales“. Weg von großen, zentralen Immobilien, hin zu kleinen Workspaces, die von Mitarbeitenden aus der Umgebung genutzt werden. Das dezentrale Büromodell verknüpft die besten Aspekte des Homeoffice mit denen des klassischen Office. Mitarbeitende haben durch kurze Anfahrtszeiten mehr Zeit und sind flexibler in ihrer Alltagsgestaltung. Gleichzeitig schafft der lokale Workspace einen Raum für Austausch und eine Community – die primär auf der Nähe zum Office und nicht auf Silos basiert.

Die Aufteilung eines großen zentralen Büros in kleinere dezentrale Einheiten bietet außerdem neue Möglichkeiten, Kunden nahe zu sein oder ihnen sogar eine Co-Working-Option anzubieten. Auch neue Zugänge zu Talent Pools, wie einer Start-Up-Community, können durch die räumliche Nähe einzelner Workspace-Einheiten geschaffen werden.

Büro der Zukunft als ein Consumer Service

Darüber hinaus bietet ein dezentrales Bürokonzept neue Möglichkeiten, auf veränderte Bedürfnisse von Arbeitnehmenden einzugehen. So erlauben kleinere Büroflächen eine vielfältige Nutzung eines Gebäudes, zum Beispiel durch die Integration von Event Spaces, Gastronomie, Shopping oder Fitnessstudios. Dies bietet völlig neue Begegnungsräume und somit auch neue Formen des Austauschs und Netzwerkens – sowohl innerhalb als auch außerhalb des eigenen Unternehmens.

Dieses Szenario verdeutlicht die Entwicklung des Trends der Work-Life-Balance hin zum Work-Life-Blending, also der Vermischung von Arbeits- und Privatleben. Mitarbeitende finden in diesem Office-Modell nicht nur einen Arbeitsort, sondern auch Services für die Gestaltung ihrer Pausen oder des Feierabends.

Der Workspace beeinflusst die Attraktivität eines Unternehmens für junge Talente

Das Szenario des urbanen Office klingt erstmal nach einem großen Shift. Dieser ist aber notwendig, um die Attraktivität von Unternehmen als Arbeitgeber langfristig zu sicher.

Denn potenzielle Mitarbeitenden und vor allem jüngere Generationen prägen ein neues Verständnis von Arbeit, demnach sie in ihrer beruflichen Tätigkeit viel mehr als nur einen Job sehen, der ihren Lebensunterhalt sichert. Sie suchen nach einer Arbeit, die sie erfüllt und die zu ihnen passt – und hierzu gehört neben dem eigentlichen Arbeitsinhalt auch die Kultur und Arbeitsumgebung eines Unternehmens. Die attraktive Gestaltung des Workspace wird somit zu einem wichtigen Entscheidungskriterium für junge Talente, was insbesondere vor dem Hintergrund des wachsenden Fachkräftemangels von immenser Bedeutung ist.

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Zum Nachlesen:
Reimagining the Urban Office


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Martha Miadzel
Martha Miadzel
Digitalstrategin.
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