Beispiel erfolgreicher digitaler Transformation: Sehr schnell ein neues Geschäftsfeld erschließen

Der Designmöbel-Hersteller Conmoto aus Münster stattete vor der Corona-Krise Hotels (Ritz-Carlton Wien), Fußballvereine (Borussia Mönchengladbach) oder Veranstalter (Mercedez-Benz-Arena) mit seinen Designmöbeln aus. Durch die Corona-Lockdowns fielen jedoch größere Projekte und damit Erlöse weg.

Gründer und CEO Johannes Wagner erzählt im W&V-Podcast „Was Helden tun“, wie er in wenigen Wochen mit Hygn.me eine neue Marke auf die Beine stellte, die puristisch designte, modulare Hygienelösungen herstellt und anbietet. Es ist unserer Meinung nach ein Lehrstück, wie innerhalb kurzer Zeit durch Innovationen neue Geschäftsfelder erschlossen und dabei die digitalen Möglichkeiten genutzt werden können.

Innerhalb von zwei Wochen ein neues Geschäftsmodell erfunden

Johannes Wagner erzählt im Podcast wie innerhalb weniger Wochen Aufträge für seine Designmöbel gestoppt wurden und damit wichtige Erlöse weg brachen. Bei einer Autofahrt fiel ihm an einer Tankstelle auf, dass es keine guten Hygienelösungen gibt.

„Was für ein Chaos mit den Desinfektionsmitteln und Masken. Sieht nicht vernünftig und gut aus, da ist keine Struktur“ – schildert er seine Gedanken sinngemäß im Podcast. Wieder zurück im Auto überlegte er sich, dass Hygiene einen anderen Stellenwert bekommen sollte. Hygiene sollte Spaß machen und etwas sein, was als Marke einen Wiedererkennungswert hat, sodass die Menschen Lust bekommen, sich daran zu beteiligen. Gleichzeitig sollen Unternehmen ihrer Kundschaft vermitteln können, dass sie sich wirklich um die Hygiene kümmern, anstatt nur schnell ein Desinfektionsmittel aus dem Drogeriemarkt und ein paar Papiertücher bereit zu stellen.

Von der Idee zur Umsetzung in zwei Wochen

Noch während der weiteren Autofahrt rief er einen Designer an und beauftragte ihn, innerhalb von zwei Tagen einen Entwurf für ein Hygienemöbel zu liefern. Außerdem begann er, seine eigene Produktion auf eine entsprechende Serienproduktion umzustellen. Innerhalb der nächsten zwei Wochen wurde eine Marke angemeldet, eine Website hochgezogen, die Produkte fertig entwickelt und eine Serienproduktion vorbereitet. Hygn.me war geboren!

Die Kernidee dahinter ist, Hygiene zu einer richtigen Brand zu machen und dabei die eigene vorhandene Kompetenz für Design und Funktionalität zu nutzen. Und damit eine augenscheinliche Marktlücke zu schließen: Premium Hygiene Lösungen anzubieten, und damit Unternehmen anstatt nur eines simplen Desinfektionsspenders ein Premium Möbel zur Verfügung zu stellen, das sich sehen lässt und den Besitzern und Benutzern gleichermaßen Freude bereitet.

Nachhaltiges neues Geschäftsmodell

Johannes Wagner ist überzeugt, dass Hygiene immer mehr ein Bestandteil unserer Kultur werden wird, und entsprechend mittelfristig Unternehmen – von Arztpraxen über Büros bis Restaurants – die notdürftig aufgebauten Stationen durch die Installation von hochwertigen Lösungen ersetzen werden. Er nennt hier als Beispiel Restaurants, die einen hohen Standard in der Küche und im Service haben, ihren Gästen am Eingang jedoch nur ein Fläschchen Desinfektionsmittel und ein paar Papiertücher anbieten. 

Premium Hygienelösungen wie von Hygn.me werden seiner Meinung nach deshalb schnell zu einem Erfolgsfaktor werden – entsprechend sieht er da noch viel Potential für seine Marke. In den kommenden Monaten wird sich für Hygiene ein anderes, höheres Niveau in in Deutschland etablieren und das nicht nur in der Gastronomie, sondern auch u.a. im Business Umfeld. 

Sein neues Geschäftsmodell ist somit nicht einfach ein aus der Not entstandener, kurzfristiger Lückenbüßer. Es ist ein nachhaltiges Geschäftsmodell, das ihm sogar erlaubt, ganz neue Kundengruppen als mit dem bisherigen Geschäftsmodell zu erschließen. Neue Beziehungen werden mit Hygn.me aufgebaut, welche zukünftig durch das Unternehmen gepflegt und genutzt werden können. Er versteht diese auch als einen großen neuen Wert für sein gesamtes Unternehmen – und somit auch als etwas, dass zusätzlich zu den neuen Erlösen einen großen Wert hat (Vgl. dazu auch unseren Artikel „Kundenbeziehungen sind wichtiger als Profit“ aus der letzten Beyond Digital-Ausgabe).

Nutzung der digitalen Markterschließung

Hygn.me hat gemäß der Aussagen von Johannes Wagner eine große Bekanntheit innerhalb von nur sechs Monaten aufbauen können. Etwas, wofür er bei Conmoto 20 Jahre hart gearbeitet hat. Erfolgsentscheidend war dabei die starke Nutzung der digitale Kanäle für die Bekanntmachung und den Verkauf, sehr gute PR, sowie der Multiplikationseffekt der wachsenden Kundschaft. Die heute bereits über 2000 Kunden haben seine Premium Hygienelösungen in ihren Unternehmen, und begeistern damit die eigenen Kunden. Dies führt zu wiederum zu neuen Kunden für Hygn.me – ohne dafür Werbeausgaben zu tätigen.

Im Podcast erzählt er weiter von seinen Plänen, wie u.a. der Marktvergrößerung durch die Lancierung von neuen Produkten im B2C-Bereich und den seiner Meinung nach auch bei Privatpersonen steigenden Bedürfnissen nach hochwertigen Hygienelösungen.

Unserer Meinung nach ist Hygn.me ein sehr schönes Beispiel aus Deutschland, wie die digitale Transformation als Chance genutzt werden kann. Die veränderte Marktlage aufgrund der Corona Pandemie wurde als Chance gesehen – wodurch ein bestehendes Unternehmen ein neues, nachhaltiges Geschäftsmodell aufbauen und etablieren konnte.

Der Podcast zum Nachhören (Dauer: 20 min)

Disclaimer: Agentur Gerhard unterstützt Conmoto und Hygn.me beratend bei der digitalen Markterschließung.

Bild von Hygn.me

Weitere Artikel zu «Beispiele Digitale Transformation»

Kommentieren
Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.
Me
Zur
ück
Kon
takt