Das erfolgreichste digitale Geschäftsmodell

Da Plattformen viele Wettbewerbsvorteile gegenüber klassischen Unternehmen besitzen, werden sie an den Börsen zudem deutlich höher bewertet. Was steckt dahinter und worin liegt the Next Big Thing?

Dr. Holger Schmidt – auch bekannt als „Netzökonom“ – liefert spannende Einsichten in die Plattform-Ökonomie.

Was ist ein Plattform-Geschäftsmodell?

Plattformen, sind Interaktions-Provider für externe Anbieter und externe Nachfrager, z.B. Amazon, Alibaba, Google, Tencent, Facebook.

Diese Plattformen sind jedoch viel mehr als ein klassischer Online-Marktplatz, da sie die massenhaften Transaktions-Daten ihrer Teilnehmer nutzen, um daraus wiederum neue Business-Chancen zu generieren.

Die 4 Generationen von Plattformen (nach MIT):

1. Generation, sind klassische Marktplätze. Sie sind nicht „smart“, da sie nur Angebot und Nachfrage zusammenbringen und den Rest dem Zufall überlassen.

2. Generation, gilt als die Share Economy. Dabei wird der Verleih anstelle des Wechsels des Besitzes vermittelt, wie bsw. bei Airbnb.

3. Generation, sind aktuell die meisten Plattformen. Diese zeichnen sich durch die Bereitstellung eines eigenen Ecosystem aus, in dem sie neben der Plattform noch viel mehr Services beiden Seiten zur Verfügung stellen. Bekanntes Beispiel ist dafür Amazon, mit Amazon Marketplace, Amazon Vendor Central, Business, Pantry, Fresh, Payments, Marketing Services etc.

4. Generation, kommt das neue Thema mit künstliche Intelligenz hinzu: Die KI gibt bspw. den Händlern aufgrund der Datenanalyse Informationen , welche Produkte sie zukünftig besonders gut verkaufen können – die sogenannte „Predictive Analytics“. Die Resultate von KI sind auch in anderen Geschäftsbereichen heute und in naher Zukunft ein Riesenthema.

Warum hinkt Europa bei Plattformen so hinter?

Weltweit wird bereits rund 10% des globalen Bruttoinlandsprodukts via Plattformen erwirtschaftet, und das MIT schätzt eine Steigerung auf bis zu 40%.

Allen voran stehen dabei asiatische Unternehmen, gefolgt von Amerikanischen. Weit abgeschlagen, mit nur 3% Anteil an der Plattform-Welt, liegen die Europäer. Warum?

Plattformen erwirtschaften in der Regel erst nach 3-5 Jahren Gewinne. Das liegt vor allem daran, dass Plattformen zuerst ihre Reichweite aufbauen müssen, was durch sehr günstige Angebote geschieht. Taxifahrten von Uber sind zum Beispiel nach wie vor subventioniert und nicht profitabel.

Es braucht also einen langen Atem.

Laut Dr. Holger Schmidt fehlt es Europa an Geduld und Verständnis, dies durchzustehen und damit auch durch zu finanzieren. Auch die Börsen in Europa honorieren es nicht.

The Next Big Thing

Die großen Plattform sind bisher hauptsächlich im Bereich Business to Consumer aufgestellt. Fragt man Dr. Holger Schmidt nach dem nächsten großen Ding, sieht er vor allem B2B Plattform-Modelle als starke Game-Changer an.

Das ganze Interview hier anhören Photo by Marcin Kempa on Unsplash

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Christian Wochagg
Christian Wochagg
Co-Founder and CEO of Agentur Gerhard. On a mission to support companies making better decisions in the digital age.
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