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„Wetten, Dass..?“ und der Twitter Buzz!

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Über die erste „Wetten, Dass..?“ nach Thomas Gottschalk ist viel geschrieben worden. Die Vor-, Live- und Nachberichterstattung der wahrscheinlich nicht mehr wichtigsten, aber zumindest internationalsten, deutschen Fernsehshow zur „Prime Time“ war enorm. Markus Lanz hat seine Premiere überstanden, ein Hund kam ums Leben und die Einschaltquoten waren ordentlich.

Einige Neuerungen hatte die Show zu bieten, z.B. eine fahrende Bühne. Ebenso wollte man aus der Offline-TV-Veranstaltung eine Online-TV-Veranstaltung machen, das hochbeschworene „Social TV“ zelebrieren und die junge Zielgruppe wieder an das Urgestein aller deutschen Fernsehshows heranführen.

Und wenn die Zielgruppe partout nicht zu uns kommen mag – so dachte man sich wahrscheinlich – dann kommen wir zur Zielgruppe. Die Idee einer „Wetten Dass..?“ iPad-App war geboren. Keine schlechte Idee, eigentlich.

Aber wie man Social-TV macht, wie es tatsächlich funktioniert und was das denn überhaupt ist, damit möchte ich mich in diesem Artikel gar nicht auseinandersetzen. Mich interessiert vielmehr: Was ging überhaupt auf Twitter ab, dem „Echtzeit-Medium“ schlechthin? Nicht forciert durch eine App, sondern „organisch“. Wie groß war die Reichweite auf Twitter der ersten Markus Lanz Sendung im Vergleich zur letzten Sendung von Thomas Gottschalk?

Der Gottschalk hat die Nase vorn

Knapp ist es, aber die letzte Sendung von Thomas Gottschalk hat leicht die Nase vorn. Trotz der ganzen Anstrengung eine jüngere Zielgruppe zu aktivieren, die sich z.B. auf Twitter tummelt.

Es scheint so, als seien es die üblichen Verdächtigen, die sich Samstagabend den Spaß machen, und auf Twitter ihren Senf zur aktuellen Sendung geben. Kein Wachstum also. Zumindest hat sich die Position von Gottschalk und Lanz umgekehrt. Lanz hatte sein „Twitter-Hoch“, das ist ja auch schon mal was.

Das wars?

Nein. Jetzt wird es erst interessant. Denn folgende Tabelle macht klar, wie unbedeutend „Wetten, Dass..?“ auf Twitter eigentlich ist.

Gerade mal 0,031% der gesamten Tweets in Deutschland im Zeitraum der Sendung beziehen sich auf „Wetten, Dass..?“.  Das hat mich überrascht. War #wettendass nicht Trending Topic weltweit? Nun ja, ein sensibler Algorithmus.

Die wohl bekanntesten Hüften erzeugen den Buzz

Wenn man Jennifer Lopez, die als Gast in der Sendung war, als Referenzwert hinzuzieht, sieht die Sache noch einmal etwas anders aus.

Plakativ formuliert könnte man jetzt sagen, die Lopez verursacht jeden Tag so viel Gesprächsstoff wie der „TV-Abend des Jahres“ in Deutschland. Ein bisschen Wahrheit steckt da schon drin. Ob da jetzt die Kommunikationsstrategen vom ZDF noch was drauflegen können oder Deutschland noch ein „digitales Schwellenland“ (wie der werte Kollege @jankbx so treffend formulierte) ist, überlasse ich euch.

Für mich steht fest, da geht noch einiges – und zwar in beide Richtungen. Die Kommunikationsstrategen sollten versuchen, die Zielgruppe wirklich in die Sendung zu integrieren (denn so macht man das heutzutage). Jedoch hat die Nutzungsintensität neuer Medien in Deutschland ein kritisches Level noch immer nicht überschritten.

Was meint Ihr? Ist „Wetten, Dass..?“ ein Auslaufmodell oder findet die Sendung mittelfristig (und z.B. über Social-TV) wieder eine jüngere Zielgruppe?

Habt Ihr darüber hinaus Fragen zum Thema, die Ihr lieber unter vier Augen besprechen möchtet, dann scheibt uns gerne unter office@agentur-gerhard an!

An dieser Stelle bedanke ich mich bei Melissa Roxas von topsy, die uns sehr freundlich klar gemacht hat, dass wir die Screenshots ruhig benutzen dürfen, wenn wir denn auch brav verlinken.

Für das Titel-Bild unter CC BY 2.0 bedanken wir uns bei Shawn Campbell (Flickr).

Reinhardt Neuhold
Gründer, Gesellschafter und Geschäftsführer von Agentur Gerhard. Business Punk mit über 10 Jahren Digital Business und Beratungserfahrung. Manchmal Speaker, meistens Zuhörer.
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Kommentare
Andreas
Hallo Reinhardt, was ich bei der Rechnung nicht ganz verstanden habe: Gab es im Zeitraum der Sendung in Deutschland insgesamt 58223 Tweets? Oder gab es 58223 Tweets, die sich auf "Wetten, dass...?" bezogen haben und die 0,031 Prozent der deutschen Tweets ausmachen? Die zweite Annahme kommt mir doch etwas seltsam vor. Denn wenn man das einmal hochrechnet, würde man ja auf unglaubliche Tweet-Zahlen in Deutschland pro Tag kommen.
Reinhardt Neuhold
Hallo Andreas, ich denke, bei diesem Tool sollte man sich nicht exakt auf die Zahlen verlassen. Das sieht man auch, wenn man den ersten und den letzten Screenshot miteinander vergleicht. Da topsy pro direkt an die Twitter-API (firehose) angschlossen ist, könnten die hohen Zahlen jedoch stimmen (Retweets etc. eingeschlossen). Was dann bedeuten würde, dass in Deutschland ca. 193 Millionen Tweets am Tag über die Ladentheke gehen (wenn ich das jetzt mal richtig überschlagen habe). Bei Deinen Zweifeln gebe ich Dir aber wieder recht, denn das wären fast 50% der weltweiten Tweets http://www.focus.de/digital/internet/netzoekonomie-blog/social-media-twitter-kommt-in-deutschland-in-fahrt_aid_771555.html Egal ob die Zahlen so korrekt sind oder nicht: Was hier zählt, ist denke ich die Tendenz - oder? Und so auch die Frage, ob die Sendung via Twitter auf die "richtige" Zielgruppe trifft. Wie hast du denn die Zahlen zu http://andreasrickmann.wordpress.com/2012/11/04/infografik-wie-wetten-dass-twitter-dominiert/wettendass/ generiert? Viele Grüße Reinhardt
Andreas
Ich habe die Zahlen auch via Topsy, allerdings in der Free-Version, generiert. Wenn ich die Wettendass-Mentions mit anderen (deutschen) Top-Ereignissen des Tages vergleiche (Bsp. Fußball) sind die Erwähnungen auch noch vergleichsweise hoch. Deshalb auch meine Zweifel an diesen 0,031 Prozent, was man bei der Hochrechnung ja auch sieht. Dass "Wetten, dass..?" am Samstag keine Rolle bei Twitter in Deutschland gespielt hat, glaube ich deshalb nicht. Mit der Tendenz hinsichtlich der Reichweite bin ich voll bei dir: Vergleicht man nur einmal die Zahl der TV-Zuschauer mit den Twitter-Erwähnungen, so ist das ein sehr geringer Anteil - die "Online-TV"-Veranstaltung ist da bislang eher eine Art Spartenprogramm, was nebenbei für ein paar Nerds mitläuft, um es überspitzt zu formulieren. Ich glaube, bei Sendungen, die eine solche Zuschauerstruktur haben, wird das auch in Zukunft so bleiben. Spannend ist in diesem Zusammenhang aber auch, dass sich die Zuschauer diesen Second-Screen auch schon bei Gottschalk - ohne die neuen Wettendass-Kanäle - geschaffen haben.
Reinhardt Neuhold
Zu beachten ist aber auch, dass wir von verschiedenen Ausstrahlungen sprechen. Zudem haben wir "offener" gesucht, d.h. nicht nach dem #wettendass sondern nach dem Begriff "Wetten Dass". Das macht schon einen wesentlichen Unterschied. Bei den Spitzenspielen wäre es sicherlich auch angebracht, nach #hvs oder #fcb zu suchen. Aber Diskussionen über die Art und Weise der Auswertung sind hier ja nicht zielführend ;-) Die Frage, die Du ja auch aufgegriffen hast, ist diejenige nach der Zuschauerstruktur bzw. der Zielgruppe. Die meisten Zuschauer, die neben "Wetten Dass" twittern - also eine Art "Second Screen" nutzen - stehen der Sendung kritisch gegenüber. Das sollte auch einmal erwähnt werden, wenn man mal von der quantitativen Betrachtungsweise abrückt. Bleibt doch die ganz "socialmediaferne" Frage (und bei 10 Mio. Zuschauern vielleicht auch ketzerische Frage): Macht "Wetten Dass..?" noch Sinn? Zumindest macht es keinen Sinn, eine Zielgruppe anzusprechen, die eben NICHT im Fokus der Sendung steht - und zwar die Jüngeren.
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